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Ich schicke Ihnen gerne die inzwischen 40 Stationen als PDF-Datei zu. Hätte aber gerne Kontakt zu Ihnen!

LA-SPORTFEST EINMAL ANDERS

 Eine Gemeinschaftsolympiade mit leichtathletischen Schwerpunkt

 Vorüberlegungen

Die Idee der Gemeinschaftsolympiade liegt jetzt schon etwas länger zurück: Bei dieser Art des Sportwettbewerbs gibt es so viele Stationen wie Gruppen teilnehmen oder auch weniger (Die Stationenzahl sollte aber der Gruppenanzahl angepasst sein!). Alle Teilnehmer/innen beteiligen sich an jeder Station. Dadurch kommt nicht die Höchstleistung des Einzelnen zur Geltung, sondern die Gemeinschaftsleistung der ganzen Gruppe. Die Gruppen wechseln nach einem vorgegebenen Zeit- und Laufplan die Stationen. So sind immer alle Stationen besetzt. Wir wollten diese Idee in Verbindung mit einer klassischen Sportart bringen - Gemeinschaftsolympiade mit leichtathletischem Schwerpunkt.

Bei diesem Wettbewerb sollen die Aufgaben an den einzelnen Stationen den leichtathletischen Disziplinen angelehnt sein, diese aber auch wiederum "pädagogisch" verändern. Es gibt so viele Stationen wie Gruppen/Klassen teilnehmen. Alle Teilnehmer/innen beteiligen sich an jeder Station. In die Wertung kommt die Gemeinschaftsleistung der ganzen Gruppe/Klasse. Eine Grundausstattung an solchen Aufgabenstellungen findet man in der Literatur, in Skripten von Kollegen/innen, die auch schon Überlegungen in dieser Richtung angestellt haben (). Wir haben diese Ideen aufgenommen, wo es uns notwendig erschien verändert, einige Ideen selbst hinzugefügt und versucht, aus diesen einzelnen "pädagogischen" Aufgabenstellungen einen Wettbewerb zu basteln.

Wichtig waren bei unseren Vorüberlegungen folgende Punkte:

 Bezüge zum Neuen Lehrplan - Vernetzung von GES, UMW, FKO und L/G/S

Der Lehrplan Sport in Bayern bietet die Möglichkeit, fordert vielleicht auch, solche "spielerischen" Sportfeste zu veranstalten. Dabei haben rein leistungsbezogene Wettkämpfe genauso ihr Recht im Schulsport. Wir sind aber der Meinung, dass für ein Sportfest, an dem die ganze Schule teilnimmt, auch Wettbewerbsformen gefunden werden sollten, die eher das Miteinender fördern als das Gegeneinander. Durch das gemeinsame Wetteifern an den einzelnen Stationen vernetzen sich wie von selbst die vier Lernbereiche des Bayer. Lehrplans: Gesundheit, Fairness/Kooperation, Umwelt und Leisten/Gestalten/Spielen.

FKO: Das Handeln in Gemeinschaft steht bei einer solchen Veranstaltung natürlich im Vordergrund. Jeder Schüler/in bringt seinen Möglichkeiten entsprechend Punkte ein. Die Gespräche unter den Schülern/innen haben angedeutet, dass sich Verständnis für den/die anderen entwickelt und dass jede Leistung zählt. Oft haben die vermeintlich "Schwächeren" besser gepunktet, als die sich etwas überschätzenden "Stärkeren". Darüber hinaus helfen die 10.Klassler/innen beim Aufbauen und Durchführen. Unser Sportfest findet immer zu einem Zeitpunkt statt, an dem die 10. Klassen bereits unterrichtsbefreit sind, d.h. das Mithelfen ist eine freiwillige Sache.

GES: Die sportlichen Aktivitäten sowie die positiv psychischen Komponente des Spaß-Habens und Sich-Wohl-Fühlens sind Faktoren, die dem Lernbereich Gesundheit zugeordnet werden können. In den einzelnen Aufgabenstellungen finden sich sowohl die gesundheitsorientierten Fitnessfaktoren als auch koordinative Faktoren.

UMW: Bei schönem Wetter findet das Sportfest im Freien statt. Natur und Umwelt werden somit direkt bei Sport und Spiel erfahren und erlebt. Allen Beteiligten wird verantwortliches Handeln abverlangt: schonender Umgang mit den Geräten, das Laufen im Gelände und nicht zuletzt das saubere Hinterlassen der gesamten benützten Sportstätten.

LGS: Die Aufgabenstellungen an den einzelnen Stationen sind aus der Leichtathletik. Jedem einzelnen Schüler/in wird dabei eine Leistung abverlangt, auf den Vormittag verteilt ist dies ein "leichtathletischer Achtkampf". Jeder Schüler/in kann aber seinem persönlichen Könnensstand und individuellen Leistungsvermögen entsprechend Punkte für die Klasse sammeln.

Nicht zuletzt muss aber eine solche Klassenolympiade spielerischen Charakter haben. Das Leistungsprinzip darf nicht dominieren. Deswegen haben wir bei manchen Aufgabenstellungen noch weitere "Zufallsmomente" mit eingebaut (siehe z.B. Kugelstoßen). Das bei uns schon bekannte Totospiel kann dem Gesamtergebnis noch eine totale Wende geben. Es funktioniert ganz einfach: Jede Klasse gibt einen Totoschein ab, auf dem sie den Einlauf der ersten drei Klassen und die Platzierung der eigenen Klasse angibt. Richtige Tippergebnisse werden mit entsprechenden Punkten belohnt.

Vorbereitungen

Die Klassen werden mit einem Plakat auf das "Sportfest" hingewiesen und entsprechend eingestimmt. Wir haben inzwischen kaum mehr "krankheitsbedingte" Ausfälle an diesem Tag zu beklagen. Kollegen/innen werden über den Charakter und die Inhalte der Veranstaltung informiert. Die Klassleiter begleiten ihre Klasse auf dem Weg durch die Stationen, sind an diesem Vormittag Gesprächspartner, Motivatoren und Beobachter. Wir haben auch schon Versuche unternommen, die Klassleiter als "aktive" Sportler mit einzubeziehen - ein schwieriges Unternehmen. Die restlichen Kollegen/innen werden als Kampfrichter auf die Stationen verteilt. Die freiwilligen Helfer aus den 10. Klassen werden zusammengesucht, ein Treffpunkt vereinbart und in die entsprechenden Aufgabenbereiche kurz eingewiesen.

Es erweist sich als sehr sinnvoll, dass es mindestens so viele Stationen gibt wie Klassen teilnehmen (in unserem Fall also acht Stationen bei acht Klassen). Ein Zeitplan wird aufgestellt, die Stationen auf dem Sportgelände verteilt und Karten für die einzelnen Stationen vorbereitet (siehe Durchführung). Diese Karten enthalten für den jeweiligen Helfer beim Aufbauen die notwendigen Informationen über benötigte Geräte und Kampfrichtermaterialien. Die Aufgabenstellung ist möglichst genau beschrieben, so dass sie einerseits der/die betreuende Kollege/in und die Helfer verstehen, andererseits die Anweisungen den einzelnen Klassen einfach vorgelesen werden können. Für die Klassen beinhaltet sie auch den entscheidenden Hinweis für die Wertung.

Am Sportfesttag werden die Klassen von den Klassleitern im Klassenzimmer empfangen. Es wird die teilnehmende Schülerzahl festgelegt, sie dient als Teilfaktor bei den meisten Stationen. Der Eintrag auf dem Totoschein wird besprochen. Totoschein und teilnehmende Schülerzahl wird sofort beim "Wettkampfbüro" abgegeben. Den Klassen wird ein kleines Geheft mit einem Anschreiben, einem Zeit- bzw. Stationenplan und einem Lageplan ausgehändigt (siehe Anlage). Und jetzt kann's losgehen.

Durchführung

Das Aufwärmen kann entweder gemeinschaftlich (mit Musik Gemeinschafts-Aufgaben, wie z.B. einen großen Sitzkreis bilden) oder klassenweise gestaltet werden (dies verlangt ein entsprechendes Vorbereiten im Unterricht). Natürlich ist es wichtig an einzelnen Stationen ein individuelles Aufwärmen zu ermöglichen. Der/die Stationsleiter sollten die Schüler/innen hier eventuell auch dazu auffordern. So kann z.B. beim "Sprintpoker" ein entsprechendes "Probelaufen" gestattet werden.

So sahen bei unserem Sportfest die einzelnen Stationen aus: (siehe im Anhang)

Wertung

Um schnell und zügig auszuwerten, werden schon während der Durchführung Ergebnisse eingeholt und auf den großen "Ergebniszettel" (siehe Anhang) eingetragen. Wie aus den Stationskarten hervorgeht, muss unterschiedlich gewertet werden - einmal auf die Station selbst, zum anderen auf die Gesamtwertung bezogen. Als Stationsergebnis ergibt sich immer eine Zahl, die in Relation der teilnehmenden Schüler/innen steht (hier Ausnahme Kugelstoßen). Diese Zahl kann sehr klein sein. Wir notieren bis zu drei Ziffern hinter dem Komma. Etwas schwieriger wird es bei der Bepunktung für das Gesamtergebnis. Wir haben uns erst einmal von einem direkten Vergleich aller Klassen leiten lassen, d.h. der mit dem besten Ergebnis bekommt 8 Punkte, der mit dem zweitbesten Ergebnis bekommt 7 Punkte etc.. An einigen Stationen (z.B. Trimm-Dich-Runde, Speerzielwerfen und Schleuderballweitwurf) ist dies aber nicht fair, so dass wir hier die 7. und 8. Klassen getrennt gegenüber den 9. Klassen gewertet haben. Aber natürlich bleibt es jeder Fachschaft überlassen hier noch weitere Feinheiten, Besonderheiten, Gewichtungen mit einzubringen. Es bleibt auch hier noch viel Platz zum Ausprobieren und Experimentieren.

Dann werden alle erreichten Punkte einer Klasse zusammengezählt. Dies ergibt das vorläufige Ergebnis, auf das nun die Totoscheine Anwendung finden. Wir haben diesmal für jeden richtigen Tipp 5 Punkte vergeben. Diese Totopunkte werden hinzuaddiert und jetzt kann bei der Siegerehrung das Endergebnis bekanntgegeben werden. Selbstverständlich erhält jede Klasse eine Urkunde, zum Aushang im Klassenzimmer (Beispiel siehe Anhang).

Fazit

Unsere Sportfeste sind schon länger Klassenolympiaden. Der Versuch mit leichtathletischen Aufgabenstellungen war eine erfreuliche Abwechslung. Für einige Schüler/innen hat sich daraus sogar der Anreiz ergeben, manche Disziplinen intensiver zu üben. Wir Sportlehrer wurden gefragt, ob wir nicht doch einmal Speerwerfen oder Schleuderball im Unterricht üben könnten. Für manche Kollegen/in war es nicht so "chaotisch" wie bei anderen Spielefesten. Für uns beide war es rundherum eine gelungene Sache. Mit dem Zusammenschreiben dieses Sportfestes wollen wir Kollegen/ innen nur ermutigen, es auch einmal in dieser Richtung zu versuchen. Erste Anregungen sind nun in ihrer Hand. Wir würden uns über weitere Anregungen, Änderungen oder andere Ideen freuen.

Volker Schmalfuß und Christoph Kößler

Marquartstein und Regensburg

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